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In den Jahren 1949 bis 1961 verließen etwa 2,8 Millionen Menschen die DDR gen Westen?In 18 spannenden Geschichten schildern Zeitzeugen unterschiedlicher Herkunft aus der DDR, wie sie die frühen Jahre der deutschen Teilung erlebten. 1952, drei Jahre nach der Gründung der beiden deutschen Staaten, riegelte die DDR die innerdeutsche Grenze ab. Wer östlich der Elbe und außerhalb Westberlins lebte, litt zunehmend unter der menschenverachtenden Willkür des sozialistischen Systems.In der "Aktion Ungeziefer" wurden 1952 Familien aus verschiedenen Grenzdörfern ohne Vorankündigung zwangsweise umgesiedelt, so auch Walter Hardt aus Thüringen mit seiner Familie. Im Buch erzählt er von seinem Schicksal.Unter dem Stichwort "Aktion Rose" wurden 1953 DDR-Bürger drangsaliert, die in den Ostseebadeorten selbständig Hotels und Dienstleistungsunternehmen betrieben. Ziel war es, ihre Betriebe zu verstaatlichen. Klaus Krügers Mutter, die in Sellin auf Usedom ein Fotogeschäft betrieb, wurde plötzlichabgeholt und verschwand spurlos. Nachforschungen der Familie blieben ergebnislos. Erst nach Monaten kam sie wieder heim. Es gab keine Gerichtsverhandlung, keine Erklärung für ihre Inhaftierung - nichts.Vier Geschichten in diesem Buch erzählen vom Volksaufstand am 17. Juni 1953, vom Tag der Empörung in Magdeburg, von Schüssen und von T34-Panzern im Geraer Stadtzentrum und vom Ausnahmezustand in Leipzig. Nach der Niederschlagung des Aufstandes fragen sich viele Unzufriedene mehr denn je: Abhauen oder hierbleiben?Alfredo Grünberg beobachtet als Postmitarbeiter in Leipzig, wie Pakete aus dem Westen von den sogenannten "Knüpperweibern" in großen Hallen rund um die Uhr in drei Schichten geöffnet und kontrolliert werden. Seine Ehefrau im Schuldienst wird bedrängt, ihre Lehrerkollegen zu bespitzeln.Margit Laue fällt trotz Talents bei der Prüfung an der Leipziger Schauspielschule durch, weil sie politisch nicht 'auf Linie' ist. Und Jürgen Kaufmann wird ein Studienplatz verwehrt, weil er bürgerlicher Herkunft ist. Da hilft ihm auch nicht, daß er sich kulturell in der FDJ engagiert und zunächst den Beruf des Maurers erlernt. Nun soll er zuvor zur NVA (Nationalen Volksarmee) und dort seine politische Zuverlässigkeit beweisen.Das Buch beschreibt lebendig und authentisch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. In den Texten wird die Dramatik jener Jahre deutlich. Von strengen Grenzkontrollen lesen wir, von spontanen aber auch von sehr sorgfältig geplanten Fluchten. Wir bangen mit einem NVA-Offizier, der mit Geheimdokumenten im Gepäck in der S-Bahn nach West-Berlin flieht und staunen über die Courage einer Krankenschwester aus Ostberlin, die sich buchstäblich in letzter Minute dem Grenzbahnhof Friedrichstraße nähert, als alles bereits abgesperrt ist.Betroffen von der gewaltigen Fluchtwelle sind aber auch Familienangehörige und Freunde der Flüchtlinge, die in der DDR zurückblieben. Schon damals ist übrigens zum Schaden Ostdeutschlands erkennbar: Es waren zumeist die Aktiven, die Trotzigen, die gingen.Waren es 1951 und 1952 etwa 166.000 und 182.000 DDR-Bürger, die in den Westen flüchteten, so stieg deren Zahl 1953 mit 391.000 auf mehr als das Doppelte. Von 1949 bis 1961 flüchteten insgesamt etwa 2,8 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen. Erst der Mauerbau 1961 riegelte jeglichen Fluchtweg ab. Damit endete diese Möglichkeit als Lebens-Alternative. Wer die Flucht jetzt noch in Erwägung zog, spielte mit Leben und Tod.

Anbieter: buecher
Stand: 03.06.2020
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In den Jahren 1949 bis 1961 verließen etwa 2,8 Millionen Menschen die DDR gen Westen?In 18 spannenden Geschichten schildern Zeitzeugen unterschiedlicher Herkunft aus der DDR, wie sie die frühen Jahre der deutschen Teilung erlebten. 1952, drei Jahre nach der Gründung der beiden deutschen Staaten, riegelte die DDR die innerdeutsche Grenze ab. Wer östlich der Elbe und außerhalb Westberlins lebte, litt zunehmend unter der menschenverachtenden Willkür des sozialistischen Systems.In der "Aktion Ungeziefer" wurden 1952 Familien aus verschiedenen Grenzdörfern ohne Vorankündigung zwangsweise umgesiedelt, so auch Walter Hardt aus Thüringen mit seiner Familie. Im Buch erzählt er von seinem Schicksal.Unter dem Stichwort "Aktion Rose" wurden 1953 DDR-Bürger drangsaliert, die in den Ostseebadeorten selbständig Hotels und Dienstleistungsunternehmen betrieben. Ziel war es, ihre Betriebe zu verstaatlichen. Klaus Krügers Mutter, die in Sellin auf Usedom ein Fotogeschäft betrieb, wurde plötzlichabgeholt und verschwand spurlos. Nachforschungen der Familie blieben ergebnislos. Erst nach Monaten kam sie wieder heim. Es gab keine Gerichtsverhandlung, keine Erklärung für ihre Inhaftierung - nichts.Vier Geschichten in diesem Buch erzählen vom Volksaufstand am 17. Juni 1953, vom Tag der Empörung in Magdeburg, von Schüssen und von T34-Panzern im Geraer Stadtzentrum und vom Ausnahmezustand in Leipzig. Nach der Niederschlagung des Aufstandes fragen sich viele Unzufriedene mehr denn je: Abhauen oder hierbleiben?Alfredo Grünberg beobachtet als Postmitarbeiter in Leipzig, wie Pakete aus dem Westen von den sogenannten "Knüpperweibern" in großen Hallen rund um die Uhr in drei Schichten geöffnet und kontrolliert werden. Seine Ehefrau im Schuldienst wird bedrängt, ihre Lehrerkollegen zu bespitzeln.Margit Laue fällt trotz Talents bei der Prüfung an der Leipziger Schauspielschule durch, weil sie politisch nicht 'auf Linie' ist. Und Jürgen Kaufmann wird ein Studienplatz verwehrt, weil er bürgerlicher Herkunft ist. Da hilft ihm auch nicht, daß er sich kulturell in der FDJ engagiert und zunächst den Beruf des Maurers erlernt. Nun soll er zuvor zur NVA (Nationalen Volksarmee) und dort seine politische Zuverlässigkeit beweisen.Das Buch beschreibt lebendig und authentisch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. In den Texten wird die Dramatik jener Jahre deutlich. Von strengen Grenzkontrollen lesen wir, von spontanen aber auch von sehr sorgfältig geplanten Fluchten. Wir bangen mit einem NVA-Offizier, der mit Geheimdokumenten im Gepäck in der S-Bahn nach West-Berlin flieht und staunen über die Courage einer Krankenschwester aus Ostberlin, die sich buchstäblich in letzter Minute dem Grenzbahnhof Friedrichstraße nähert, als alles bereits abgesperrt ist.Betroffen von der gewaltigen Fluchtwelle sind aber auch Familienangehörige und Freunde der Flüchtlinge, die in der DDR zurückblieben. Schon damals ist übrigens zum Schaden Ostdeutschlands erkennbar: Es waren zumeist die Aktiven, die Trotzigen, die gingen.Waren es 1951 und 1952 etwa 166.000 und 182.000 DDR-Bürger, die in den Westen flüchteten, so stieg deren Zahl 1953 mit 391.000 auf mehr als das Doppelte. Von 1949 bis 1961 flüchteten insgesamt etwa 2,8 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen. Erst der Mauerbau 1961 riegelte jeglichen Fluchtweg ab. Damit endete diese Möglichkeit als Lebens-Alternative. Wer die Flucht jetzt noch in Erwägung zog, spielte mit Leben und Tod.

Anbieter: buecher
Stand: 03.06.2020
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Träumen / Min Kamp Bd.5
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Die vierzehn Jahre, die ich in Bergen lebte, sind längst vorbei. Ich führte ein Tagebuch, das habe ich verbrannt. Ich knipste ein paar Bilder, von denen besitze ich noch zwölf. Ich wusste so wenig, wollte so viel, brachte nichts zustande. Aber in welch einer Stimmung ich war, als ich dort ankam!14 Jahre verbrachte Knausgård in Bergen, bevor er aus der norwegischen Küstenstadt regelrecht nach Stockholm floh, als ginge es ins Exil. Es waren Jahre, in denen er so unermüdlich wie erfolglos versuchte, Schriftsteller zu werden, in denen schließlich seine erste Ehe scheiterte, in denen sich Momente kurzer Glückgefühle mit jenen tiefster Selbstverachtung die Hand gaben, in denen sich Demütigungen und Höhenräusche ebenso schnell abwechselten wie selbstzerstörerische Alkoholexzesse und erste künstlerische Erfolge. Dabei hatte es am Anfang so gut ausgesehen, dieses Leben in Bergen. Dem jungen Knausgård schien die Welt offenzustehen, all seine Träume schienen sich zu erfüllen. Er hatte einen Studienplatz an der Akademie für Schreibkunst bekommen, endlich eine Freundin gefunden ...„Träumen“ und schreibend die Welt (zurück)erobern Das, was Karl Ove Knausgård mit seinem sechsbändigen autobiografischen Romanzyklus bei Lesern ausgelöst hat, dürfte einzigartig sein. Er schreibt „nur“ über sein Leben, das aber so schonungslos und genau, dass viele – gerade auch Männer – den Eindruck haben, da schreibe jemand über sie selbst, ihr Leben, ihre Probleme. Gefühlt sprachen und sprechen alle über Knausgård und jeder neue Band wird hierzulande sehnsüchtig erwartet. Der deutsche Verlag hat den Originaltitel „Min Kamp“, also „Mein Kampf“, aus naheliegenden Gründen umbenannt. Nach „Sterben“, „Lieben“, „Spielen“ und „Leben“ erscheint nun die deutschsprachige Übersetzung von Band fünf: „Träumen“ (Der Abschluss der Reihe, Band 6 des rund 3.500 Seiten starken Projektes, kommt laut Verlag im Frühjahr 2017 auf den Markt). „Kinder großziehen, ein Elternteil verlieren, Beziehungsprobleme. Das ist doch unser Kampf“ Die Kritiker sprechen von einer „literarischen Sensation“ und einem Hype, den bisher sonst nur die „Harry Potter“-Bände ausgelöst haben. Mit Hokuspokus und fantastischen Welten hat Knausgård allerdings gar nichts am Hut. Er bleibt so dicht an der Wirklichkeit, so dicht an all seinen Unzulänglichkeiten, dass es schmerzt. Genau deshalb hat Knausgård auch den Titel „Mein Kampf“ gewählt, mit der Betonung auf MEIN Kampf. In einem 3sat-Interview sagt er dazu: „Ich wollte den Titel zurückhaben und zeigen, was der wirkliche Kampf ist: Kinder großziehen, ein Elternteil verlieren, Beziehungsprobleme. Das ist doch unser Kampf.“ Knausgård will sich schreibend die Welt (zurück)erobern und versucht, ein ganzes Leben abzubilden. So schreibt er alles auf, was sein Leben ausmacht und löst so die Grenzen zwischen dem Schreiben und dem Leben. „Träumen“ beginnt mit dem 19-jährigen Knausgård, der in die norwegische Stadt Bergen zieht. Er erlebt große Lieben und heiratet auch, trennt sich wieder und stürzt sich in Affären, trinkt viel zu viel und rastet oft genug dabei aus und schafft – nach einer schwierigen Zeit an der Schreibakademie – seinen Durchbruch als Autor mit seinem Debüt Ute av verden. Dafür bekommt er 1998 den norwegischen Kritikerpreis und wird als literarische Entdeckung gefeiert. Nach qualvollen Jahren des Zweifelns und Scheiterns … Knausgård und der Rausch des Schreibens, der Rausch des Lesens … Faszinierend an „Träumen“ ist, wie bei den Bänden zuvor, dass dieser Rausch, den Knausgård beim Schreiben erlebt, dieses Manisch-Obsessive, sich auch beim Lesen einstellt. Jedes Buch ist auch ein Dokument darüber, wie sehr diesen jungen, unglaublich traurigen und unsicheren Mann die Angst vor dem Vater geprägt hat. Man weiß aus den Büchern davor, dass dieser Vater Alkoholiker war und gewalttätig – in Worten wie in Taten. Und Karl Ove will diesen Vater aus seinem Inneren bekommen. Diesen Vater, den er immer sehr genau beobachten musste, um jede Nuance seiner Stimmungen aufzunehmen … jede Sekunde konnte seine Stimmung schließlich kippen und er wurde böse. Tiefste Unsicherheit – das hat Knausgård geprägt. Und das steckt dem 19-Jährigen, der in Bergen in „Träumen“ an der Schreibakademie angenommen wurde, in den Knochen. Er beschreibt diese Unsicherheit, Verlorenheit, dieses Gefallen-Wollen um fast jeden Preis sezierend genau. Die Verzweiflung, der Selbsthass, das Gefühl, ein Nichts zu sein – das begleitet Karl Ove in einem oft auch beängstigenden Maße. Er ist hochsensibel und kann mit Kritik verdammt schlecht umgehen. Er verstummt im Kreis mehrerer Menschen, wird scheu und ungelenk. Jedes Wort von sich legt er auf die Goldwaage und beobachtet genau, was sein großer Bruder Yngve – er lebt auch in Bergen – gut findet, worüber er mit seinen Freunden spricht, welche Musik er hört oder welche Plakate er an die Wand in seiner Wohnung hängt. „Das Herz irrt sich nie. Niemals irrt sich das Herz.“ Doch es gibt etwas, was aus dem scheuen und stummen Karl Ove jemanden macht, der drauflos plaudert, ohne sich selbst zu sezieren: der Alkohol. Dass in der Studentenstadt Bergen sowieso gut getrunken wird, ist klar. Bei Knausgård holt dieses Besaufen ab einem bestimmten Punkt etwas aus ihm heraus – oder lässt es frei –, das selbst seinem Bruder und den Freunden unheimlich wird. Karl Ove tickt aus, ist nicht mehr zu kontrollieren, wird auch körperlich gewalttätig und greift einmal sogar seinen Bruder Yngve an, schmeißt ihm ein Glas an den Kopf. Was da aus ihm herausbricht, macht Angst – auch ihm. Aber er beschreibt es dennoch in all der Peinlichkeit. Genauso wie die Demütigung, dass die Frau, in die er sich verliebt hat, Ingvild, sich nicht für ihn, sondern für seinen Bruder entscheidet. Zuvor schreibt er noch, an Ingvild denkend: „Man sieht es, man verliebt sich, und das ist wenig, gut möglich, dass man sagen kann, es ist wenig, aber es ist immer richtig. Das Herz irrt sich nie. Das Herz irrt sich nie. Niemals irrt sich das Herz.“ Ja, er wird sich wieder verlieben. Und er wird, mit viel zu viel Alkohol im Blut, fremdgehen und sich danach deswegen zerfleischen. Er wird seine erste Frau Tonje kennenlernen und heiraten. Zuvor Ängste ausstehen, ob sie auch wirklich ihn will und nicht wieder seinen Bruder. Das sitzt tief bei ihm, und als sich Tonje und Yngve an einem Abend in der Kneipe für Karl Oves Gefühl viel zu gut verstehen, zerschneidet er sich auf der Toilette der Kneipe das Gesicht: „Doch es hörte nicht auf, es ging einfach so weiter, sie unterhielten sich, als gäbe es mich gar nicht, ich trank und wurde immer verzweifelter. Schließlich dachte ich, dass mir diese ganze Hölle scheißegal war. Zum Teufel mit dieser verdammten Scheiße. Ich sah ein zerbrochenes Bierglas auf dem Fußboden. Ich bückte mich, nahm eine Scherbe in die Hand, betrachtete mich im Spiegel. Ich zog die Scherbe über meine Wange. Ein roter Streifen wurde sichtbar, etwas Blut sickerte über den Rand. Ich wischte es fort, mehr kam nicht. Ich zog die Scherbe über die andere Wange, diesmal jedoch so fest ich konnte […]“ Schreiben ist fast wie träumen … Gegen Ende des 800-Seiten-Buches geht diese Beziehung auseinander. Knausgård kämpft um seinen Platz im Leben, in der Liebe und natürlich auch im Schreiben. Die Schreibakademie jedenfalls tut Karl Ove nicht gut. Er will schließlich immer der Beste sein und spürt doch, dass er nicht an sein Innerstes herankommt, an seinen Kern. Alles, so wütet er, bleibe bei ihm an der Oberfläche und demnach sei das, was er schreibe, schlecht. Ob die Texte wirklich so schlecht waren, wie er behauptet, sei dahingestellt. Denn sein Zweifeln an sich selbst steht ihm immer im Weg. Auch heute noch sagt er von sich, dass er nicht glücklich ist. „Glück ist nichts für mich. Das ist ein Urkonflikt in mir, ich habe wenig Selbstvertrauen und ich denke, nichts was ich habe ist wertvoll.“ Glücklich ist er fast nur, wenn er beim Schreiben an diesen Punkt kommt, wo er sich selbst auflöst, sich vergisst, so erzählt er. „Es ist fast wie träumen.“

Anbieter: buecher
Stand: 03.06.2020
Zum Angebot
Träumen / Min Kamp Bd.5
25,70 € *
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Die vierzehn Jahre, die ich in Bergen lebte, sind längst vorbei. Ich führte ein Tagebuch, das habe ich verbrannt. Ich knipste ein paar Bilder, von denen besitze ich noch zwölf. Ich wusste so wenig, wollte so viel, brachte nichts zustande. Aber in welch einer Stimmung ich war, als ich dort ankam!14 Jahre verbrachte Knausgård in Bergen, bevor er aus der norwegischen Küstenstadt regelrecht nach Stockholm floh, als ginge es ins Exil. Es waren Jahre, in denen er so unermüdlich wie erfolglos versuchte, Schriftsteller zu werden, in denen schließlich seine erste Ehe scheiterte, in denen sich Momente kurzer Glückgefühle mit jenen tiefster Selbstverachtung die Hand gaben, in denen sich Demütigungen und Höhenräusche ebenso schnell abwechselten wie selbstzerstörerische Alkoholexzesse und erste künstlerische Erfolge. Dabei hatte es am Anfang so gut ausgesehen, dieses Leben in Bergen. Dem jungen Knausgård schien die Welt offenzustehen, all seine Träume schienen sich zu erfüllen. Er hatte einen Studienplatz an der Akademie für Schreibkunst bekommen, endlich eine Freundin gefunden ...„Träumen“ und schreibend die Welt (zurück)erobern Das, was Karl Ove Knausgård mit seinem sechsbändigen autobiografischen Romanzyklus bei Lesern ausgelöst hat, dürfte einzigartig sein. Er schreibt „nur“ über sein Leben, das aber so schonungslos und genau, dass viele – gerade auch Männer – den Eindruck haben, da schreibe jemand über sie selbst, ihr Leben, ihre Probleme. Gefühlt sprachen und sprechen alle über Knausgård und jeder neue Band wird hierzulande sehnsüchtig erwartet. Der deutsche Verlag hat den Originaltitel „Min Kamp“, also „Mein Kampf“, aus naheliegenden Gründen umbenannt. Nach „Sterben“, „Lieben“, „Spielen“ und „Leben“ erscheint nun die deutschsprachige Übersetzung von Band fünf: „Träumen“ (Der Abschluss der Reihe, Band 6 des rund 3.500 Seiten starken Projektes, kommt laut Verlag im Frühjahr 2017 auf den Markt). „Kinder großziehen, ein Elternteil verlieren, Beziehungsprobleme. Das ist doch unser Kampf“ Die Kritiker sprechen von einer „literarischen Sensation“ und einem Hype, den bisher sonst nur die „Harry Potter“-Bände ausgelöst haben. Mit Hokuspokus und fantastischen Welten hat Knausgård allerdings gar nichts am Hut. Er bleibt so dicht an der Wirklichkeit, so dicht an all seinen Unzulänglichkeiten, dass es schmerzt. Genau deshalb hat Knausgård auch den Titel „Mein Kampf“ gewählt, mit der Betonung auf MEIN Kampf. In einem 3sat-Interview sagt er dazu: „Ich wollte den Titel zurückhaben und zeigen, was der wirkliche Kampf ist: Kinder großziehen, ein Elternteil verlieren, Beziehungsprobleme. Das ist doch unser Kampf.“ Knausgård will sich schreibend die Welt (zurück)erobern und versucht, ein ganzes Leben abzubilden. So schreibt er alles auf, was sein Leben ausmacht und löst so die Grenzen zwischen dem Schreiben und dem Leben. „Träumen“ beginnt mit dem 19-jährigen Knausgård, der in die norwegische Stadt Bergen zieht. Er erlebt große Lieben und heiratet auch, trennt sich wieder und stürzt sich in Affären, trinkt viel zu viel und rastet oft genug dabei aus und schafft – nach einer schwierigen Zeit an der Schreibakademie – seinen Durchbruch als Autor mit seinem Debüt Ute av verden. Dafür bekommt er 1998 den norwegischen Kritikerpreis und wird als literarische Entdeckung gefeiert. Nach qualvollen Jahren des Zweifelns und Scheiterns … Knausgård und der Rausch des Schreibens, der Rausch des Lesens … Faszinierend an „Träumen“ ist, wie bei den Bänden zuvor, dass dieser Rausch, den Knausgård beim Schreiben erlebt, dieses Manisch-Obsessive, sich auch beim Lesen einstellt. Jedes Buch ist auch ein Dokument darüber, wie sehr diesen jungen, unglaublich traurigen und unsicheren Mann die Angst vor dem Vater geprägt hat. Man weiß aus den Büchern davor, dass dieser Vater Alkoholiker war und gewalttätig – in Worten wie in Taten. Und Karl Ove will diesen Vater aus seinem Inneren bekommen. Diesen Vater, den er immer sehr genau beobachten musste, um jede Nuance seiner Stimmungen aufzunehmen … jede Sekunde konnte seine Stimmung schließlich kippen und er wurde böse. Tiefste Unsicherheit – das hat Knausgård geprägt. Und das steckt dem 19-Jährigen, der in Bergen in „Träumen“ an der Schreibakademie angenommen wurde, in den Knochen. Er beschreibt diese Unsicherheit, Verlorenheit, dieses Gefallen-Wollen um fast jeden Preis sezierend genau. Die Verzweiflung, der Selbsthass, das Gefühl, ein Nichts zu sein – das begleitet Karl Ove in einem oft auch beängstigenden Maße. Er ist hochsensibel und kann mit Kritik verdammt schlecht umgehen. Er verstummt im Kreis mehrerer Menschen, wird scheu und ungelenk. Jedes Wort von sich legt er auf die Goldwaage und beobachtet genau, was sein großer Bruder Yngve – er lebt auch in Bergen – gut findet, worüber er mit seinen Freunden spricht, welche Musik er hört oder welche Plakate er an die Wand in seiner Wohnung hängt. „Das Herz irrt sich nie. Niemals irrt sich das Herz.“ Doch es gibt etwas, was aus dem scheuen und stummen Karl Ove jemanden macht, der drauflos plaudert, ohne sich selbst zu sezieren: der Alkohol. Dass in der Studentenstadt Bergen sowieso gut getrunken wird, ist klar. Bei Knausgård holt dieses Besaufen ab einem bestimmten Punkt etwas aus ihm heraus – oder lässt es frei –, das selbst seinem Bruder und den Freunden unheimlich wird. Karl Ove tickt aus, ist nicht mehr zu kontrollieren, wird auch körperlich gewalttätig und greift einmal sogar seinen Bruder Yngve an, schmeißt ihm ein Glas an den Kopf. Was da aus ihm herausbricht, macht Angst – auch ihm. Aber er beschreibt es dennoch in all der Peinlichkeit. Genauso wie die Demütigung, dass die Frau, in die er sich verliebt hat, Ingvild, sich nicht für ihn, sondern für seinen Bruder entscheidet. Zuvor schreibt er noch, an Ingvild denkend: „Man sieht es, man verliebt sich, und das ist wenig, gut möglich, dass man sagen kann, es ist wenig, aber es ist immer richtig. Das Herz irrt sich nie. Das Herz irrt sich nie. Niemals irrt sich das Herz.“ Ja, er wird sich wieder verlieben. Und er wird, mit viel zu viel Alkohol im Blut, fremdgehen und sich danach deswegen zerfleischen. Er wird seine erste Frau Tonje kennenlernen und heiraten. Zuvor Ängste ausstehen, ob sie auch wirklich ihn will und nicht wieder seinen Bruder. Das sitzt tief bei ihm, und als sich Tonje und Yngve an einem Abend in der Kneipe für Karl Oves Gefühl viel zu gut verstehen, zerschneidet er sich auf der Toilette der Kneipe das Gesicht: „Doch es hörte nicht auf, es ging einfach so weiter, sie unterhielten sich, als gäbe es mich gar nicht, ich trank und wurde immer verzweifelter. Schließlich dachte ich, dass mir diese ganze Hölle scheißegal war. Zum Teufel mit dieser verdammten Scheiße. Ich sah ein zerbrochenes Bierglas auf dem Fußboden. Ich bückte mich, nahm eine Scherbe in die Hand, betrachtete mich im Spiegel. Ich zog die Scherbe über meine Wange. Ein roter Streifen wurde sichtbar, etwas Blut sickerte über den Rand. Ich wischte es fort, mehr kam nicht. Ich zog die Scherbe über die andere Wange, diesmal jedoch so fest ich konnte […]“ Schreiben ist fast wie träumen … Gegen Ende des 800-Seiten-Buches geht diese Beziehung auseinander. Knausgård kämpft um seinen Platz im Leben, in der Liebe und natürlich auch im Schreiben. Die Schreibakademie jedenfalls tut Karl Ove nicht gut. Er will schließlich immer der Beste sein und spürt doch, dass er nicht an sein Innerstes herankommt, an seinen Kern. Alles, so wütet er, bleibe bei ihm an der Oberfläche und demnach sei das, was er schreibe, schlecht. Ob die Texte wirklich so schlecht waren, wie er behauptet, sei dahingestellt. Denn sein Zweifeln an sich selbst steht ihm immer im Weg. Auch heute noch sagt er von sich, dass er nicht glücklich ist. „Glück ist nichts für mich. Das ist ein Urkonflikt in mir, ich habe wenig Selbstvertrauen und ich denke, nichts was ich habe ist wertvoll.“ Glücklich ist er fast nur, wenn er beim Schreiben an diesen Punkt kommt, wo er sich selbst auflöst, sich vergisst, so erzählt er. „Es ist fast wie träumen.“

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Stand: 03.06.2020
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Effizient studieren: Rechtswissenschaften
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Experten für Studium und Examina bieten Beratungs- und Entscheidungshilfen an, die die gesamte Spanne vom ersten Semester bis zum zweiten Staatsexamen begleiten. Das Buch liefert einen detaillierten Überblick zur Klausurtechnik, zu schriftlichen Hausarbeiten und mündlicher Prüfung, zu Repetitorien und Praktika. Das Buch will denen, die das Jurastudium in Betracht ziehen, die Entscheidung erleichtern und sie nach positiver Entscheidung mit umfassend-gründlichen Informationen durch die ganze Ausbildung hindurch begleiten. Es sagt ihnen alles, was sie beachten müssen, damit sie ihren Studienplatz finden, Studium und Referendarzeit erfolgreich gestalten und beide Staatsexamina meistern. So kann man etwa nachlesen, was beim Besuch der Vorlesungen wichtig ist, wie man sich später auf das Examen vorbereitet und worauf es bei Hausarbeiten, Klausuren und in der mündlichen Prüfung ankommt. Auch den Fachhochschulstudiengängen mit rechtlichen Inhalten, insbesondere der Rechtspflegerausbildung, ist ein Beitrag gewidmet.Die insgesamt 19 Autoren üben, inner- und außerhalb der Universität, ganz unterschiedliche Berufe aus. Auch Studierende sind beteiligt. Mit dieser Aufteilung wollten die Herausgeber erreichen, dass wirkliche Fachleute das jeweilige Thema behandeln und dass manches Wichtige, etwa die Examensvorbereitung, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird. Das ist ein bedeutender Vorzug dieses Gemeinschaftswerkes.

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Stand: 03.06.2020
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In den Jahren 1949 bis 1961 verließen etwa 2,8 Millionen Menschen die DDR gen Westen?In 18 spannenden Geschichten schildern Zeitzeugen unterschiedlicher Herkunft aus der DDR, wie sie die frühen Jahre der deutschen Teilung erlebten. 1952, drei Jahre nach der Gründung der beiden deutschen Staaten, riegelte die DDR die innerdeutsche Grenze ab. Wer östlich der Elbe und außerhalb Westberlins lebte, litt zunehmend unter der menschenverachtenden Willkür des sozialistischen Systems.In der "Aktion Ungeziefer" wurden 1952 Familien aus verschiedenen Grenzdörfern ohne Vorankündigung zwangsweise umgesiedelt, so auch Walter Hardt aus Thüringen mit seiner Familie. Im Buch erzählt er von seinem Schicksal.Unter dem Stichwort "Aktion Rose" wurden 1953 DDR-Bürger drangsaliert, die in den Ostseebadeorten selbständig Hotels und Dienstleistungsunternehmen betrieben. Ziel war es, ihre Betriebe zu verstaatlichen. Klaus Krügers Mutter, die in Sellin auf Usedom ein Fotogeschäft betrieb, wurde plötzlich abgeholt und verschwand spurlos. Nachforschungen der Familie blieben ergebnislos. Erst nach Monaten kam sie wieder heim. Es gab keine Gerichtsverhandlung, keine Erklärung für ihre Inhaftierung - nichts.Vier Geschichten in diesem Buch erzählen vom Volksaufstand am 17. Juni 1953, vom Tag der Empörung in Magdeburg, von Schüssen und von T34-Panzern im Geraer Stadtzentrum und vom Ausnahmezustand in Leipzig. Nach der Niederschlagung des Aufstandes fragen sich viele Unzufriedene mehr denn je: Abhauen oder hierbleiben?Alfredo Grünberg beobachtet als Postmitarbeiter in Leipzig, wie Pakete aus dem Westen von den sogenannten "Knüpperweibern" in großen Hallen rund um die Uhr in drei Schichten geöffnet und kontrolliert werden. Seine Ehefrau im Schuldienst wird bedrängt, ihre Lehrerkollegen zu bespitzeln.Margit Laue fällt trotz Talents bei der Prüfung an der Leipziger Schauspielschule durch, weil sie politisch nicht 'auf Linie' ist. Und Jürgen Kaufmann wird ein Studienplatz verwehrt, weil er bürgerlicher Herkunft ist. Da hilft ihm auch nicht, daß er sich kulturell in der FDJ engagiert und zunächst den Beruf des Maurers erlernt. Nun soll er zuvor zur NVA (Nationalen Volksarmee) und dort seine politische Zuverlässigkeit beweisen.Das Buch beschreibt lebendig und authentisch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. In den Texten wird die Dramatik jener Jahre deutlich. Von strengen Grenzkontrollen lesen wir, von spontanen aber auch von sehr sorgfältig geplanten Fluchten. Wir bangen mit einem NVA-Offizier, der mit Geheimdokumenten im Gepäck in der S-Bahn nach West-Berlin flieht und staunen über die Courage einer Krankenschwester aus Ostberlin, die sich buchstäblich in letzter Minute dem Grenzbahnhof Friedrichstraße nähert, als alles bereits abgesperrt ist.Betroffen von der gewaltigen Fluchtwelle sind aber auch Familienangehörige und Freunde der Flüchtlinge, die in der DDR zurückblieben. Schon damals ist übrigens zum Schaden Ostdeutschlands erkennbar: Es waren zumeist die Aktiven, die Trotzigen, die gingen.Waren es 1951 und 1952 etwa 166.000 und 182.000 DDR-Bürger, die in den Westen flüchteten, so stieg deren Zahl 1953 mit 391.000 auf mehr als das Doppelte. Von 1949 bis 1961 flüchteten insgesamt etwa 2,8 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen. Erst der Mauerbau 1961 riegelte jeglichen Fluchtweg ab. Damit endete diese Möglichkeit als Lebens-Alternative. Wer die Flucht jetzt noch in Erwägung zog, spielte mit Leben und Tod.

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Stand: 03.06.2020
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Sporteignungsprüfung einfach bestehen
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Du willst den Traum vom Sportstudium wahr werden lassen?Du willst dein Hobby zum Beruf machen und ein unglaublich erfüllendes Studium in Angriff nehmen? Diesen Traum wollen viele in Angriff nehmen. Doch in Wahrheit scheitern alleine 50% an der Sporteignungsprüfung und haben entsprechend nichtmal die Chance, sich auf einen Studienplatz zu bewerben. Und viel schlimmer noch... In der Realität kann jeder die Sporteignungsprüfung besten. Mit der richtigen Vorbereitung versteht sich. In diesem Buch plaudern Max und Toby aus dem Nähkästchen und lüften das Geheimnis, wie du die Sporteignungsprüfung ganz einfach bestehen kannst. Die beiden haben selbst in Köln Sport studiert, den Eignungstest bestanden und durch eine intensive Auseinandersetzung, mit allen im Test vorhandenen Sportarten, ein sehr tiefes Verständnis für die optimale Vorbereitung auf die Sporteignungsprüfung. Mit diesem Buch bist du bestens vorbereitet und kommst dem Traum vom Sportstudium immer näher.

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Stand: 03.06.2020
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